4. Dezember: Fest der Heiligen Barbara

Rätselauflösung: Für den Strauß schneidet man am Barbara-Tag Kirschzweige. Der Pfarrer hätte die Mädchen wohl kaum in den Park geschickt, um dort Zweige von den Linden- und Ginkgo-Bäumen zu schneiden.

Die Geschichte der Heiligen Barbara

Im dritten Jahrhundert nach Christus lebt Barbara mit ihrem Vater in Nikodemien. Die Stadt liegt in dem Land, das man heute Türkei nennt. Barbaras Vater heißt Dioskorus. Er ist Kaufmann und sehr reich. Manchmal muss Barbaras Vater viele Tage verreisen. Er kauft Waren ein, die er in Nikodemien verkaufen will. Davon leben Barbara und ihr Vater.
Dioskorus hat neben seinem Haus einen großen, festen Turm gebaut. Darin ist ein Zimmer besonders schön gemütlich eingerichtet. Hier lebt Barbara, wenn Dioskorus auf Reisen ist. Er möchte, dass Barbara ganz sicher und geschützt ist. Damit Barbara nicht alleine bleibt, hat Dioskorus einen Lehrer für Barbara eingestellt. Barbara mag ihren Lehrer. Mit ihm fühlt sie sich nicht so alleine. Nikodemien gehört zum Reich des Römischen Kaisers. Von der Arbeit des Kaisers hängt es ab, ob es den Menschen im Land gut oder schlecht geht. Darum wird der Kaiser von seinen Untertanen gelobt und verehrt. Viele Menschen sagen: „Unser Kaiser ist ein Gott!“ Sie achten ihn wegen seiner Macht. Sie fürchten ihn aber auch, denn er kann über das Leben und den Tod der Menschen im Land entscheiden. Eines Tages muss Dioskorus wieder für einige Tage fort. Barbara bleibt bei ihrem Lehrer in dem schönen festen Turm. Dieser Lehrer hat von Jesus Christus gehört und von diesem Gott, der die Menschen liebt. Er erzählt Barbara davon. Auch Barbara freut sich über Gott, der die Menschen liebt und der nicht straft. Sie lässt sich taufen. Sie gehört nun zum Gott Jesu Christi. Sie sagt: „Gott mag mich, wie ich bin.“
Als Dioskorus zurückkommt, merkt er, dass Barbara den Kaiser nicht mehr als Gott verehrt: Statt des Kaiserbildes hat sie ein Kreuz aufgehängt. Der Vater macht sich Sorgen: „Wird der Kaiser Barbara festnehmen lassen?“ Er redet mit Barbara. Aber Barbara sagt: „Ich will mich nicht verstellen. Ein Kaiser, der die Menschen gefangen hält, kann kein Gott sein. Mein Gott hat alle Menschen lieb.“
In seiner Not geht Barbaras Vater zum Statthalter des Kaisers. Dioskorus denkt: „Wenn Barbara bei Gericht gefragt wird, wird sie sicher ihre Meinung ändern! Dann wird sie wieder den Kaiser als Gott verehren.“ Barbara aber sagt: „Unser Kaiser ist ein Mensch. Er sorgt für sein Land und die Menschen. Er darf aber nicht über Leben und Tod entscheiden. Er ist nicht Gott. Mein Gott liebt alle Menschen.“
Da lässt der Statthalter des Kaisers Barbara zum Tode verurteilen. An ihr will er zeigen: „So geht es Menschen, die den Kaiser nicht verehren.“ Barbaras Vater ist entsetzt. Das hat er nicht gewollt.
Auf dem Weg ins Gefängnis verfängt sich ein kleiner Zweig in Barbaras Kleid.
Barbara stellt den Zweig in einen Wasserkrug. An ihrem Todestag ist der Zweig aufgeblüht. Barbara sieht, was Gott ihr mit dem Zweig sagt:. „Der Zweig sah aus wie tot und doch bekam er neues Leben.“ Sie denkt: „Wenn ich tot bin, werde ich bei Gott ein neues Leben finden, so wie dieser tote Zweig Leben hervorgebracht hat.“
Als Barbara stirbt, mag auch ihr Vater nicht mehr leben. Tief getroffen stürzt er zu Boden und Barbaras Lehrer ist traurig, doch auch voller Vertrauen. Der Barbarazweig zeigt ihm: „Wer treu zu sich selber und Gott steht, der wird durch alle Not zu ewigen Leben finden.“
Wenn wir am Barbaratag kahle Zweige schneiden, werden sie an Weihnachten blühen. Das Fest der Geburt Jesu Christi und der Barbarazweig zeigen uns: Gott lässt uns nicht allein.

 

Vom Ruf Gottes

Lass zu
tu dich auf,
öffne dich,
öffne dich
und lass zu.

Lass Gott Raum in Dir,
lass ihn Wohnung
beziehen in Dir,
lass Dich verwandeln,
umwandeln.

 

Schenke Gott
in Dir Wohnrecht,
dann wirst du
beheimatet sein –

beheimatet in Dir selbst,
beheimatet in den anderen,
beheimatet in Gott.

Margaretha Fischer