8. Dezember: Da haben die Dornen Rosen getragen

Verborgen ist Gott da
Eine Rose blüht auf.
Licht und Schatten, blutrot, voll Kraft.
Sie blüht – einsam und allein. Still
unter der warmen Sonne.
Auf sandigem, grauen Boden  blüht sie auf,
zwischen schwarzem Dornengestrüpp,
das – abweisend zwar – ihre Schönheit noch mehrt.
War sie versteckt im Dürren Gestrüpp?
Bog jemand die Zweige beiseite,
entdeckte das Wunder gegen alle Erwartung?
Dornen sind oft unser Leben,
die Welt so hart, unerbittlich die Kritik,
garstig und verletzend der Blick und das Wort.
Dann richtest du dich ein,
vergisst deine innerste Hoffnung nach Nähe und Liebe,
spielst mit: Bleib hart! Kämpf dich durch!

Da blüht das Wunder auf.
Göttlicher Glanz über dem dornigen Feld,
über dem weglosen Land.
Wir gehen durch den Advent.
Das Wort der Verheißung traf Maria unverhofft,
quer zu allen Plänen und Erfahrungen.
Doch Maria hütet Jesus, ihr Kind, verborgen im Schoß,
trägt ihn ins Bergland und durch die trostlose Welt.
„Da haben die Dornen Rosen getragen.“
Denn sie trägt den, der das Leben Gottes bringt,
das Verletzte heilt, das Gebrochene aufrichtet,
das Schwache stärkt, das Hoffnungslose sucht.

Gott ist da, geht durch die Dornenwelt,
„da haben die Dornen Rosen getragen.“

 

Adventlich leben

Trag ihn in die Dornen der Welt.
Advent – Zeit des Wartens und Sehnens,
denn da sind die Dornen, die Welt läuft ihre Bahn.
Doch gegen alle Hoffnungslosigkeit geschieht das Wunder:
Gott wird kommen.
Advent – Schon blüht das Leben auf.
Maria trägt das göttliche Kind durch die Welt.
Gott kommt in deine Unruhe und bringt dir Frieden,
bringt in dein Misstrauen – Vertrauen,
in dein ruheloses Hetzen – Gelassenheit,
in deine enge Angst um dich selbst – die Weite zum Nächsten.
Advent – Zwischen den Dornen deines Alltags
blüht die Rose auf.
Gott ist da.