15. Dezember: Kündet allen in der Not

Im Bild
den Advent erkennen
Der Weg der Entscheidung
„O komm, o komm, Emmanuel!“
so haben wir mit dem Volk Israel gerufen.
Was wird sein, wenn Gott kommt?
Sieh die Menschen. Jetzt ziehen sie ins Gelobte Land.
Gott ruft sie aus dem undurchschaubaren Dunkel heraus.
Das Wasser fließt, die Erde grünt, die Blumen blühn.
Dunkle Gestalten, wie gefangen in ihrer Vergangenheit,
in Angst gehüllt, wagen sie den nächsten Schritt?
Sie ziehen hinter denen her, die schon im Lichte sind,
durchglüht vom Feuer des Geistes.
Der Prophet Jesaja hat den Spross aus der Wurzel verheißen:
„Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm. Er entscheidet für die Armen im Lande.
Sein Gürtel ist Gerechtigkeit.“
Gott naht sich und verwandelt die Welt.
Er selbst löst die Fesseln der Schuld,
er befreit uns, dass wir uns zu ihm bekehren,
er nimmt die Blindheit von uns, dass wir aufschauen
zu ihm und nicht in uns selbst versinken.

Advent – ein Weg zur Entscheidung.
Bekehren wir uns zu ihm? Lassen wir seinen Geist ein?
Wagen wir den Schritt ins Licht?
Lassen wir uns verwandeln?
Advent- ein großes Licht, das alle Finsternis vertreibt.
Die Lahmen springen, die Tauben hören,
Friede führt die Menschen zusammen,
Recht wird den Armen und Waisen gesprochen.
Über der ganzen Welt leuchtet ein Licht.
Alles lebt auf.

Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.

 

Adventlich leben

Alle werden es sehen.
Immer wieder ist Advent – Zeit der Ankunft.
Kommen wir jemals an?
Wann werden wir ihn schauen, der sich uns naht?
Er ist doch gekommen,
geboren unter uns: Gott ist da.
Wartet jetzt Gott auf uns?
Er naht sich schon, „dass wir uns zu ihm bekehren.“

Advent – Ankunft Gottes.
Kommt Gott umsonst, vergeblich?
Dann wird Advent,
wenn ich den Schritt auf Gott zu wage,
der mir naht;
wenn ich mich zu ihm bekehre,
der es gut mit mir und allen Menschen meint;
wenn ich nicht selbstherrlich weglaufe, mich raushalte
und mich ins undurchsichtige Dunkel und Zwiespältige verstecke;
wenn ich Gottes Verheißung glaube und sein Geist mich bewegt.

 

Advent – Gottes Heil für alle Menschen:
Ein einsamer Mensch wird hell, wenn ich Zeit für ihn habe;
Verbitterung weicht, wenn ich das gute Wort sage;
eine Quelle kann fließen, wenn ich zuhöre und verstehe,
Härte und Streit kommen zum Ende, wo ich die Hand ausstrecke,
Blumen blühen, wo ich dem Enttäuschten Mut zuspreche,
die quälende Nacht weicht, wenn ich den Kranken besuche,
weglose Wüste wird zum Weg, wenn ich mitgehe und treu bin,
die Last der Schuld wird gelöst, wenn ich vergebe.
Heute ist Advent.
Dann werden alle Völker es sehen
und unsere Gemeinden werden neu.

 (aus „Da haben die Dornen Rosen getragen“, Esther Kaufmann, Meinulf Blechschmidt © Klostergemeinschaft Spabrücken e.V. 2018 – Bild:  Christel Holl, Rastatt, 2018)