23. Dezember: Weihnachten der Tiere

Weihnachten der Tiere

Die Nacht war lang – und auch den Schafen
ist´s an Geblöke nun genug: sie schlafen.
Nur Ochs und Esel sind noch wach,
es fehlt das Heu, welch Ungemach,
denn in der Krippe liegt das Kind –
wo doch die beiden hungrig sind.
„Iah“ und „Muh“ tönt´s durch die Nacht,
doch keiner ist davon erwacht.
Nur ein ganz kleines Engelein
hört Ochs und Esel lauthals schrein
und denkt bei sich: die beiden
dürfen in dieser Heil´gen Nacht nicht leiden.
Ganz im Geheimen, still und leise,
sorgt es für eine gute Speise –
es schüttet Himmelskorn zur Erden,
dass Ochs und Esel satt nun werden.
Die ahnen kaum, was hier geschieht –
man sie nur glücklich fressen sieht.
Mal macht es „Muh“ – und mal „Iah“,
es klingt wie „Hallelu-hu-ja“
da ist das Englein wirklich froh –
und Ochs und Esel sowieso.

aus: “O wunderbare Weihnachtszeit“ Christa Spilling-Nöker