Das griechische Wort „Ökumene“ heißt wörtlich übersetzt „die ganze bewohnte Erde“ und meint die Bemühungen um die Einheit aller getrennten Christen. Die ökumenische Bewegung ging zunächst von der evangelischen Seite aus und führte 1948 zur Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Die katholische Kirche nimmt seit Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) aktiv an der ökumenischen Bewegung teil und führt inzwischen eine Vielzahl von Dialogen auf nationaler und internationaler Ebene, so unter anderem mit dem Lutherischen Weltbund, dem Reformierten Weltbund, dem Weltrat der Kirchen, mit den Anglikanern und mit der Orthodoxie.

Papst Johannes Paul II. hat in seiner Ökumene-Enzyklika „Ut unum sint“ die bereits erzielten Dialogergebnisse gewürdigt und sich für deren Umsetzung ausgesprochen. Auch bezeichnete der Papst die Verpflichtung der katholischen Kirche zur Ökumene als „unumkehrbar“.

Dorn, Anton Magnus, Gerhard Eberts (Hrsg.), Redaktionshandbuch Katholische Kirche, München 1996

Ökumene vor Ort

Die ökumenische Bibelwoche
Seit vielen Jahren treffen sich die evangelischen und katholischen Gemeinden von Jügesheim und Dudenhofen im Januar zur „Ökumenischen Bibelwoche“. An vier Abenden, die auf zwei Kalenderwochen verteilt sind, werden biblische Texte gelesen und erschlossen. Auch ein ökumenischer Gottesdienst ist ein fester Bestandteil dieser gemeinsamen Tage.

Weltgebetstag der Frauen
Jedes Jahr am 1. Freitag im März leiten Frauen beider Konfessionen einen weltumspannenden Gottesdienst, sowohl in Jügesheim als auch in Dudenhofen. Das geschieht immer im Wechsel, ein Jahr in der katholischen und das andere Jahr in der evangelischen Kirche. Alle Gemeindemitglieder sind herzlich eingeladen diese Gottesdienste mitzufeiern.

Das gemeinsame Osterfeuer
Seit Jahrzehnten beginnen die evangelischen  und katholischen Christen in Jügesheim und Dudenhofen gemeinsam das Osterfest mit einem Osterfeuer, das wechselweise vor einer der Kirchen gemeinsam entzündet wird. Gegenseitig werden die Osterkerzen gesegnet.
In ökumenischen Dienstgesprächen, die regelmäßig über das Jahr verteilt stattfinden, tauschen sich die Hauptamtlichen über ihre Gemeindearbeit aus und treffen gemeinsame Entscheidungen in Bezug auf das, was alle vier Gemeinden gleichermaßen betrifft.